AGK Tagung 10.-11.05.2019 Köln

10. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Kasuistik in der lehrer_innenbildung

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Köln
Fachbereich Gesundheitswesen

10. – 11. Mai 2019

Call for AbstractsThema: Zur Bedeutung des Subjekts im Umgang mit Fällen

Die Arbeit an und mit Fällen in der Lehre erfordert in besonderem die eigene Positionierung zum Fallmaterial. Da gerade Fälle ein besonderes Licht auf das Selbst werfen, können sich die Bestände betroffener Selbstgegebenheit auch wandeln. Fälle implizieren immer auch die Auf­gabe, das eigene Selbstverständnis zu hinterfragen und/oder auszubilden. Zudem kommen in diesem Zusammenhang auch ethische und rechtliche Fragen auf, mithin Facetten des Mitei­nanders durch den direkten und nicht anonymisierten Kontakt zwischen Forschenden und For­schungsteilnehmenden eine besondere Bedeutung zu.

Das Erheben von Fallmaterial in realen, für die Lehrer_innenbildung relevanten Handlungsfel­dern erfordert zunächst einen Zugang zu eben diesem Erleben und dem Handlungsfeld. Benö­tigt werden spezifische Situationen, die dem intendierten Zweck des kasuistischen Arbeitens entsprechen. Diese sind beispielsweise gekennzeichnet durch eine bestimmte Personenkons­tellation, herausfordernde fachdidaktische Aufgabenstellungen oder den Anforderungen be­trieblicher bzw. außerschulischer Lehr-Lern-Situationen. ln diesen Situationen handelnde Per­sonen sind in mehrfacher, insbesondere in subjektbezogener, ethischer und rechtlicher Hinsicht zu beachten und zu würdigen. Hierbei ist auch der Art des zu gewinnenden Materials eine Bedeutung beizumessen (Textdokumente, Ton- oder Videoaufzeichnungen etc.).

Diese offensichtlichen oder auch versteckten Aspekte werfen Fragen auf, die zwei Perspektiven zuzuordnen sind. Einerseits eine Perspektive der Arbeit mit Fällen in der Forschungsarbeit und andererseits eine Perspektive der Arbeit mit Fällen in der Lehrer_innenbildung.

  • Welche Auswirkungen hat die Art des Materials und die Konfrontation mit den darin enthaltenen Situationen und Subjekten auf die analysierenden Personen?
  • Wie positionieren sich Forscher_innen und Beforschte gegenüber dem Material?
  • Wie gehen die mit dem Fallmaterial Arbeitenden (Forschende bzw. Lehramtsstudie­rende) und auch die im Fall sich ausdrückenden Beforschten in Resonanz zu den Schil­derungen/Daten? Wie verstehen sie Regungen, die in ihnen aufsteigen?
  • Wie drückt sich eine spezifische Subjekt-Subjekt-Beziehung in der Arbeit mit dem Fallmaterial und bereits in dessen Gewinnung aus?
  • Wie werden ethische und rechtliche Aspekte von am Fall Arbeitenden (Forschende bzw. Lehramtsstudierende) und den Beforschten relevant, relevant gemacht, verstan­den oder verhandelt?
  • Wie gestalten sich Zugänge zu den relevanten Handlungsfeldern zur Gewinnung von
    Fallmaterial?
  • Welche Bedeutung erhält der Zugriff auf archiviertes Fallmaterial vor dem Hintergrund der oben benannten Fragen?
  • Welche professionsethischen Fragen wirft kasusitische Lehrer_innenprofessionalisie­rung auf?
  • Was folgt aus den Erträgen der Rekonstruktion der Interpretationspraxis von Forschenden oder Lehramtsstudierenden für die Lehrer_innenprofessionalisierung?

Diese Fragen sollen zentraler Gegenstand der 10. Tagung der AG Kasuistik in der Lehrer_in­nenbildung sein. Erbeten werden insbesondere Beiträge, die entsprechend der spezifischen Ar­beitsweise der AG eine Auseinandersetzung mit konkretem Fallmaterial in den Vordergrund stellen. Diese Auseinandersetzung soll in Workshops stattfinden, für die ein Zeitraum von 90
Minuten zur Verfügung steht. Auch für Vorträge, die sich mit Konzeptualisierungen oder theoretischen Verortungen befassen, ist Raum vorgesehen.

Bitte senden Sie Ihren Vorschlag für einen Beitrag in Form eines kurzen Abstracts bis zum
1. Februar 2019 per E-Mail an Prof. Dr. Roland Brühe (r.bruehe@katho-nrw.de).

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

Das Organisationsteam
Roland Brühe I Sabine Dörpinghaus I Wolfgang M. Heftels